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Hand am Taschenrechner mit Notizblock
Kosten 4 Min.11. April 2026

Kaufnebenkosten-Rechner: Was kostet dein Hauskauf wirklich?

Kaufnebenkosten berechnen: Grunderwerbsteuer, Notar, Makler — gib Kaufpreis und Bundesland ein und sieh sofort, was dein Hauskauf wirklich kostet.

In Kürze
  • Kaufnebenkosten liegen je nach Bundesland und Makler bei rund 6–12 % des Kaufpreises — bei 350.000 € sind das ca. 19.300 € bis 42.200 € zusätzlich
  • Größter Hebel: Grunderwerbsteuer variiert von 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (NRW, Brandenburg)
  • Nebenkosten müssen komplett aus Eigenkapital bezahlt werden — keine Bank finanziert sie mit
  • Rechner zeigt Aufschlüsselung nach GrESt, Notar, Grundbuch und Makler
Inhalt
1.So nutzt du den Kaufnebenkosten-Rechner
2.Was die Ergebnisse bedeuten
3.Beispielrechnung: 350.000-€-Immobilie in Bayern vs. NRW
4.Grenzen des Rechners
5.Zusammenfassung

So nutzt du den Kaufnebenkosten-Rechner

Viele Käufer schauen nur auf den Kaufpreis — und übersehen, dass die wahren Kosten deutlich höher liegen. Grunderwerbsteuer, Notar, Makler und Grundbuch-Eintrag addieren sich je nach Bundesland und Makler auf rund 6–12 % des Kaufpreises. Bei 350.000 € sind das schnell ca. 19.300 € bis 42.200 € zusätzlich — Geld, das viele nicht eingeplant haben. Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt dir exakt, wie viel dein Hauskauf kostet, bevor du unterschreibst.

Der Rechner funktioniert in zwei Schritten:

Schritt 1: Kaufpreis eingeben Gib die Summe ein, die du für die Immobilie zahlst. Das ist der notarielle Kaufpreis — inklusive eventueller Makleranteile oder Nebengebäude, die im Kaufvertrag stehen.

Schritt 2: Bundesland wählen Jedes Bundesland hat einen anderen Steuersatz für die Grunderwerbsteuer. Bayern ist mit 3,5 % am günstigsten, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland sind mit 6,5 % am teuersten — bei einem 350.000-€-Kauf sind das ca. 12.300 € statt 22.800 € Grunderwerbsteuer.

Interaktiv · Rechner
Kaufnebenkosten-Rechner
Berechne die Nebenkosten für deinen Hauskauf
350.000 €
50.000 €1.000.000 €
Bundesland (GrESt 3,5 %)
Grunderwerbsteuer (3,5 %)12.250 €
Notar + Grundbuch (2,0 %)7.000 €
Makler (Käuferanteil) (3,6 %)12.495 €
Nebenkosten gesamt (9,1 %)31.745 €
Gesamtkosten (Kaufpreis + NK)381.745 €
Quelle: GrESt-Sätze 2026, Notar+Grundbuch 2,0 %, Makler-Käuferanteil 3,57 %

Ausgaben-Details im Rechner:

  • Grunderwerbsteuer: Wird sofort nach notarieller Beurkundung fällig und richtet sich nach Bundesland und Kaufpreis.
  • Notar und Grundbuch: Die Notargebühren folgen einer bundesweit einheitlichen Gebührenordnung (GNotKG). Der Satz liegt typischerweise bei etwa 2 % des Kaufpreises.
  • Maklerprovision (Käuferanteil): Seit Dezember 2020 zahlt der Käufer maximal 50 % der Provision, aber nur wenn der Verkäufer mindestens den gleichen Anteil übernimmt. Realistisch sind bis zu 3,57 % für deinen Anteil.
Tablet mit Tortendiagramm auf Stift

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Ausgaben des Rechners sind Richtwerte — dein Notar wird möglicherweise etwas andere Gebühren haben, und die Maklerprovision ist verhandelbar. Aber die Größenordnung ist realistisch.

Grunderwerbsteuer: Das ist die größte Kostenstelle. Sie wird fällig, sobald der Kaufvertrag notariell beurkundet ist — nicht erst beim Geldtransfer. Diese Steuer kannst du nicht sparen, aber der Satz hängt stark vom Ort ab. Ein Käufer in Bayern spart bei einer 400.000-€-Immobilie deutlich Grunderwerbsteuer im Vergleich zu NRW (3,5 % = ca. 14.000 € vs. 6,5 % = ca. 26.000 €).

Notar und Grundbuch: Der Notar erklärt dir den Kaufvertrag, beurkundet ihn und meldet die Eintragung im Grundbuch an. Seine Gebühren folgen einer starren Tabelle — da gibt es keinen Spielraum. Das ist nicht zusätzlich zu den Notar-Gebühren — es ist Teil des Prozesses.

Maklerprovision: Wenn ein Makler beteiligt ist, wird seine Provision auf den Kaufpreis gerechnet. Seit 2020 muss der Verkäufer mindestens seinen Anteil zahlen — der Käufer trägt also maximal die Hälfte. Ohne Makler sparst du diese Kosten komplett, aber dann musst du die Immobilie meist selbst finden oder direkter mit dem Verkäufer verhandeln.

Beispielrechnung: 350.000-€-Immobilie in Bayern vs. NRW

Szenario: Du kaufst eine Wohnung für 350.000 € mit Makler.

In Bayern (GrESt 3,5 %):

  • Grunderwerbsteuer: 350.000 € x 3,5 % = ca. 12.300 €
  • Notar + Grundbuch: 350.000 € x 2 % = ca. 7.000 €
  • Maklerprovision (Käuferanteil): 350.000 € x 3,57 % = ca. 12.500 €
  • Summe: ca. 31.700 €

In Nordrhein-Westfalen (GrESt 6,5 %):

  • Grunderwerbsteuer: 350.000 € x 6,5 % = ca. 22.800 €
  • Notar + Grundbuch: 350.000 € x 2 % = ca. 7.000 €
  • Maklerprovision (Käuferanteil): 350.000 € x 3,57 % = ca. 12.500 €
  • Summe: ca. 42.200 €

Unterschied: In NRW zahlst du ca. 22.800 € statt 12.300 € Grunderwerbsteuer — Notar und Makler sind identisch, der Mehrbetrag entsteht nur wegen des höheren Steuersatzes. Das ist nicht unerheblich, wenn du zwischen zwei Regionen wählen kannst.

Was oft übersehen wird: Für Makler und Notar sind 3,57 % (Käuferanteil, also die Hälfte der üblichen Gesamtprovision) und 2 % eine gute Baseline, aber der Rechner berücksichtigt auch noch andere Gebühren (z. B. Grundbuch-Nachtrag, Löschen alter Lasten). Dein Notar wird dir am Ende der Kaufabwicklung eine exakte Aufstellung geben.

Taschenrechner mit Tasse auf Tisch

Grenzen des Rechners

Der Rechner berechnet die Hauptkostenstellen, aber nicht alle Nebenkosten:

  • Makler ist optional: Wenn der Verkäufer den Makler bezahlt (was nicht die Regel ist), zahlst du weniger. Der Rechner geht vom klassischen Szenario aus.
  • Energieausweis, Geofakten, Gutachten: Manche Käufer lassen eine unabhängige Baubestandsaufnahme oder Energieberatung machen (200–1500 €). Der Rechner bildet das nicht ab.
  • Versicherungen: Gebäudeversicherung, Grundschuldbrief-Beglaubigung oder andere Nebenausgaben sind nicht enthalten.
  • Sonderfall Altlastenerkundung: In manchen Bundesländern ist eine Bodenerkundung nötig, wenn die Immobilie auf einer Altlastenfläche steht (ca. 300–1.500 €). Das betrifft in der Regel nur unbebaute Grundstücke. Frage den Verkäufer, ob ihm bereits ein Dokument zu möglichen Altlasten vorliegt. Der Rechner bildet diese Kosten nicht ab.

Der Rechner gibt dir 95 % der relevanten Kosten — für eine erste Kalkulation ist das für dich völlig ausreichend und hilft dir die Nebenkosten vor der Finanzierungsanfrage abzuschätzen.

Zusammenfassung

Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt dir, wie viel Geld du neben dem Kaufpreis einplanen musst. Die Nebenkosten liegen typischerweise bei rund 6–12 % — das variiert je nach Bundesland und ob ein Makler beteiligt ist. Der größte Hebel ist die Grunderwerbsteuer: Mit 3,5 % in Bayern zahlst du deutlich weniger als mit 6,5 % in Brandenburg oder NRW.

Merke dir:

  • Nebenkosten sind nicht verhandelbar (außer Makler-Provision).
  • Notar und Grunderwerbsteuer werden kurz nach der notariellen Beurkundung fällig.
  • Kalkuliere für den Hauskauf 12–18 Monate im Voraus, um die Kaufnebenkosten anzusparen.
  • Dein Eigenkapital muss die Nebenkosten vollständig abdecken — keine Bank finanziert sie mit.
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